12. Juli, 2005

konstanz? nein, konstanz!

Category: [daily business],[sprachlese] — Admin @ 8:31 am

themen_cat2_d.jpgEs ist ein altes Thema, aber immer wieder für ein Schmunzeln gut. Die Betonung gewisser Wörter hier in der Schweiz. Wir betonen ja bekanntlich eher auf der ersten Silbe, während unsere Nachbarn aus dem Norden betonungsmässig die zweite vorziehen. Das führt dann zu schönen Dingen wie St. Moritz, bei dem wir Schweizer uns oft fragen, ob es denn so schwierig sein kann, ein Wort richtig zu betonen. Nun, die Deutschen betonen es schon richtig, nur nach ihren Regeln, die für sie ja tagtäglich Gültigkeit haben. Der langen Rede kurzer Sinn, wir betonen unterschiedlich.

Nun fällt mir auf der neuesten Werbung unserer Bundesbahnen obenstehendes Bild auf. Und zum ersten Mal in meinem Leben bemerke ich, dass diese Ortschaft in der Schweiz und in Deutschland unterschiedlich wahrgenommen wird. Rein betonungsmässig heisst diese Ortschaft nach oben hergeleiteter Regel in der Schweiz Konstanz. In Deutschland heisst sie aber Konstanz. Das wirft doch einige Fragen auf. Wie sind die Menschen in Konstanz denn so drauf? In einer Zeit, die schnelllebiger und vergänglicher kaum sein könnte gönnt sich eine Gemeinde diesen Namen. Ist doch wunderbar. Und dieser Ort ist nicht irgendwo, sondern an der Schengen-Aussengrenze (noch!). Die letzte Bastion des "old Europe", das letzte Mal so etwas wie Sicherheit und Althergebrachtes. Danach folgt Wildnis, gottloses Gebiet…

 

zuerich.jpgÜber diese Werbung kam ich ein Bisschen ins Grübeln und da fiel mir die gute alte Wohlgroth wieder ein. Für nicht-Zürcher, eine ehemals besetzte Fabrik, die in ein alternatives Zentrum umgewandelt wurde. Die Leute der Wohlgrot (die übrigens direkt am Hauptbahnhof situiert war) hatten in grossen Lettern auf die Hauswand der Fabrik Zu reich geschrieben,zuerich1.jpg im gleichen Stil wie die SBB ihre Bahnhöfe anschreibt. Es war immer ein herrliches Bild, in Zürich einzufahren, das Riesen-Graffiti Alles wird gut zu sehen und darunter stand Zu reich. Eine Kreativität, die ich heute vermisse. Nun, die Wohlgrot wurde abgerissen, in Zürich hatte die alternative Kultur schon immer einen schweren Stand. Aber kürzlich stieg ich in Zürich aus dem Zug und mir kam diese Geschichte wieder in den zuerich3.jpgSinn, und ich schaute mir diese Tafeln an und merkte, dass mit einer kleinen Klebeaktion auch englischsprechende Touristen auf eine Eigenheit unserer Stadtbürger hingewiesen werden könnten. In Gedanken sah ich mich schon zu Hause blaue Folie vorbereiten… Irgendwie wurde dann aber doch nichts draus, weil die alternative Kultur in Zürich…, na ihr wisst schon 😉

                                 

 

1 Kommentar »

  1. eben, wir wissen schon… und das ist auch besser so. 😉
    Zurueck aus Tokio und immer gespannt, ob schon etwas Neues auf Deinem Blog zu lesen ist, gruesst
    T

    Comment von Le Chefe — 18. Juli, 2005 @ 3:46 pm

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