27. September, 2006

skateranlage in zürich

Category: [daily business],[politik] — Admin @ 1:14 pm
Wenn ich ein Jugendlicher wäre, ich käme mir langsam aber sicher verarscht vor. Da plant die Stadt eine Skateranlage auf der Allmend und gibt dann wegen ein paar Anwohnern (wobei mich noch Wunder nehmen würde wo diese Anwohner genau wohnen… denn meines Erachtens hats da vor allem Bürohäuser in unmittelbarer Umgebung) klein bei.

Worauf sich die Initianten eine andere Möglichkeit suchen, wohlgemerkt immer in Kooperation mit der Stadt und dem Kanton. Dabei in einer alten Halle auch fündig werden. Aber just am Abend vor Ablauf der Einsprachefrist trudelt natürlich wieder mal eine Beschwerde von einem Anwohner ein. Was soll das? Alle wollen Jugendliche, die etwas sinnvolles tun, die nicht Häuser besprayen, die nicht fettwerden sondern sich sportlich betätigen, aber niemand lässt sie!?! Was ist das denn für eine Logik? Mir wäre es ehrlich gesagt lieber ich hätte den Lärm von Jugendlichen Skatern in meiner Umgebung als dauern irgendwelches Halli-Galli von Besoffenen im K4 oder schon wieder einen Zirkus auf der Kasernenwiese. Denn dann hätte ich ein gutes Gefühl, weil die Jugendlichen einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen. Dafür sind doch öffentliche Plätze da.

Aber nein, irgendwelche kleinkarrierten Menschen, die wahrscheinlich erwachsen zur Welt gekommen sind und nie auch nur ein Tönchen von sich geben, das lauter als 10dB ist, solche Menschen also, denen es wahrscheinlich noch Freude macht, den Jugendlichen, die sowieso keine Manieren haben endlich mal eins auszuwischen, schaffen es immer wieder solche Projekte zu boykottieren. Schäbig nenn ich das. Traurig auch, dass es die Stadt nicht schafft ein geeignetes Gelände zu finden. Wie gesagt, als Jugendlicher käme ich mir da ziemlich verarscht vor.

3 Comments »

  1. Naja, dafür bleiben die BesetzerInnen länger auf dem erwähnten Fabrikareal und organisieren gute und kostengünstige Partys, wie z.B. am nächsten Wochenende. Das ist schliesslich auch etwas für die Jugendlichen (nicht ironisch gemeint!).

    Comment by Esther Brunner — 27. September, 2006 @ 1:58 pm

  2. schon, aber die exponenten der skater (allen voran übrigens ein erwachsener) versuchen schon seit jahren gehört zu werden. und das finde ich einfach eine schweinerei. man kann nicht dauernd von perspektivlosen jugendlichen schwafeln und ihnen jegliche eigeninitiative abwürgen.

    Comment by PAX — 27. September, 2006 @ 2:33 pm

  3. Dauernde Frustration führt zu Gewalt. Der Zeitpunkt wird kommen, wo die Jugendlichen in Zürich die Pflastersteine wieder ausgraben werden, wenn weiter so mit ihnen umgegangen wird. Ich frage mich manchmal, ob die 68er Generation, die heute am Drücker ist, eigentlich noch weiss, was für Forderungen sie damals ans „Estäblischmänt“ stellte. Autonomie wollten sie für sich. Da sind die Forderungen der heutigen Jugend nach einer Skateranlage geradezu bescheiden. Ist die Demenz unserer Politiker wirklich schon derart fortgeschritten, dass sie nicht mehr wissen, wie gerne sie damals doch ernst genommen worden wären? Oder fehlt es möglicherweise doch an der geistigen Substanz? Kluge sind in der Lage aus den Fehlern der Väter zu lernen. Entweder hatten die heutigen Politiker keine Väter oder das andere trifft zu.
    Ein damals nicht sehr aktiver aber aufmerksamer 68er.

    Comment by Albert Kälin — 6. Oktober, 2006 @ 3:50 pm

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