24. Januar, 2008

sozialamt zürich

Category: Allgemein — Admin @ 8:40 am

nun, lassen wir folgendes mal aussen vor: sozialhilfemissbrauch liegt wahrscheinlich in der natur der sache und kann nicht wegdiskutiert werden. das departement stocker hat sich zu lange gegen schärfere kontrollen gewehrt. 

aber trotzdem ist die hetze momentan einfach unerträglich. politiker und gewisse journalisten haben keine ahnung von statistik, wahrscheinlichkeit und logischem schlussfolgern und hören nicht richtig zu. auch wenn der prozentsatz der missbräuche so hoch ist wie publiziert, bezieht sich das immer noch auf die stichprobe und nicht auf die gesamte population der sozialhilfebezüger (das hat auch die schnepfe von der rundschau nicht kapiert). dass das keine repräsentative stichprobe sein kann (von der man ja auf die grundpopulation schliessen könnte) zeigt sich allein daran, dass es vor allem von sozialarbeiterinnen gemeldete verdachtsfälle waren.

was man also aussagen kann ist: dass in so und soviel prozent (60 oder so warens glaub ich) der VERDACHTSFÄLLE missbrauch festgestellt werden konnte. ist doch eigentlich logisch, denn sonst hätte man ja keinen verdacht.

und hier noch zum mitschreiben für die journalisten, die es immer noch nicht kapiert haben (gilt auch für die leute der SVP, aber statistik war ja noch nie deren stärke): aus 21 fällen, in denen missbrauch festgestellt wurde lässt sich KEINE aussage über die 20’000 anderen bezüger machen.  

was allerdings stark wundert ist die tatsache, dass allgemein bekannt ist, dass die sozialämter personell unterdotiert sind, die frage nach mehr pensen (und somit mehr möglicher kontrolle) nirgends auftaucht. es ist vor allem der svp zu verdanken, dass im sozialbereich an stellen gespart wird. die svp ist somit also ursächlich daran beteiligt, dass sozialhilfemissbrauch schlecht aufgedeckt werden kann. 

1 Kommentar »

  1. Ich dachte gestern auch „Das kann doch nicht wahr sein!“ Ich habe es auf Tele Züri gesehen. Es geht um 30 Fälle, die von den „Sozialdetektiven“ untersucht wurden. Von diesen 30 Fällen wurden 78% als Sozialhilfemissbrauch eingestuft.
    Ich finde es wirklich schlechten Journalismus, wenn solche Zahlen einfach weiter an das Publikum gereicht werden ohne dies nur ein wenig zu überdenken.

    Mich beschäftigt aber die Frage, wieso nur 30 Fälle untersucht werden. Tauchen etwa gar nicht mehr Verdachtsfälle auf? Wenn das so ist, dann reicht die Anzahl dieser Sozialdetektiven aber völlig aus und könnte noch reduziert werden.

    Comment von ymo — 24. Januar, 2008 @ 12:19 pm

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